Im selig, süßen Schlaf

Im selig, süßen Schlaf


Der deutsche Michel, feist und fett,
träumt selig noch, in seinem Bett.
Will nicht die harte Wahrheit seh´n,
würd´ eh, nie auf die Straße geh´n.

Dem schwindet, was da flüchten kann,
an Zinsen, Rente, irgendwann.
Doch redet man ihm täglich ein,
kein Paradies könnt´ schöner sein.

Und was an Geld noch da, enteilt,
das wird längst nicht mehr umverteilt.
Wer reich ist, bleibt´s ein Leben lang,
der, der nichts hat, geht seinen Gang.

Zum Streik bereit, doch nicht mit uns,“
so brüllen Müller, Schmidt und Kunz,
derweil sie sich am Bierchen laben:
„Wie gut das wir die Merkel haben!“

Auch keinen Streit vom Zaun gebrochen,
den Amis wohlfromm nachgekrochen.
Wenn uns´re Freunde spionieren,
worüber will man sich pikieren.

Die Kanzlerin sagt, dass es nützt
und zudem uns´re Freiheit schützt.
Da sollte man doch Ruhe zeigen,
sich ehrfurchtsvoll und froh verneigen.

Und auch der Grieche wird parieren,
egal ob ein, zwei da krepieren.
So ist es nun mal, das System,
das ist nicht immer nur bequem.

Zuerst die Wirtschaft und die Banken,
die dürfen nie am Mangel kranken.
Dann Politik und  Wegbereiter,
dann all´ die anderen Begleiter.

Ach, die paar Trottel beim G - Sieben,
die hat die Polizei vertrieben.
Die fielen doch kaum ins Gewicht,
Aufmüpfigkeit, bei uns doch nicht!
 
Auch jene Massen die da kommen,
nun über´s Mittelmeer geschwommen,
im Fischerboot und alten Segeln,
die wird man je nach Lage regeln.

Jedoch die Kriege zu befrieden,
das sei ein wenig noch vermieden.
Denn Krieg heißt Kohle und Profit,
den nehmen wir noch gerne mit!

Der deutsche Michel, feist und fett,
träumt selig noch, in seinem Bett.
Will nicht die harte Wahrheit seh´n,
würd´ eh, nie auf die Straße geh´n.

 
© Hansjürgen Katzer, Juni 2015





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