Nur eine Maid ...

Nur eine Maid weint ganz allein

Der Abendwind weht kühl durchs Tal,
des Weihers Wogen tausendmal,
sich brechen in des Mondes Licht,
das silbern aus dem Dunkel bricht.

Schon nächtlich Ruhe überall,
ein letzter Ruf der Nachtigall.
Bald steh´n die Sterne hell und klar,
am Himmel hold und wunderbar.

Nur eine Maid weint ganz allein,
wohl unter jenes Mondes Schein.
Betrog sie doch der Liebste gar,
der stets ihr Ein und Alles war.

Brach Treue und ihr liebend Herz,
jetzt fühlt sie Leid und tiefen Schmerz,
blickt stille auf des Wassers Flut.
Vorbei, vorbei der Liebe Glut.

So kalt die Flut, ein kurzer Sprung,
die schöne Maid, so zart, so jung,
gleich drauf ins Wasser nieder sinkt,
fast schon im kühlen Nass ertrinkt.

Ihr letzter Blick zum Himmel geht,
wo immer noch manch Sternlein steht.
So leb denn wohl, du Weltenglück,
kehr niemals mehr ins Licht zurück.

So denkt sie schon dem Tode nah,
der lächelnd auf sie nieder sah.
Doch wie es kommt, ward nicht bedacht,
des Müllers Knecht jagt durch die Nacht.

Springt in die Flut, mehr schlecht als recht,
rettet die Maid,  der gute Knecht.
Haucht Leben ein ihr durch den Mund,
so stirbt sie nicht in jener Stund´.

Der Knecht, der´s  Leben ihr geschenkt,
den Blick verzaubert auf sie lenkt.
Die Maid vomTodeswunsch geheilt
und Nacht schon in den Morgen eilt.

© Hansjürgen Katzer, Juni 2006





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