Fienchen, oder immer ...

Fienchen, oder immer Ärger mit der Katze


Fienchen hieß mein Miezekätzchen,
schwarzes Fell, vier weiße Tätzchen,
strich ums Haus, lag in der Sonne,
putzte sich stets voller Wonne.

Doch der Nachbar sehr verdrießlich,
stand am Zaun und sagte schließlich:
Kommt das Vieh in uns´ren Garten,
kriegt´ es was mit meinem Spaten!

Denn dies Miststück, diese Katze,
ist hier völlig fehl am Platze.
Die wird mir am Ende rauben,
meine preisgekrönten Tauben!

Was bist du denn für ´ne Sorte,
Mensch, waren die letzten Worte,
die ich zu dem Mann gesprochen,
der den Zwist vom Zaun gebrochen.

Grußlos blickt er mir entgegen
und ich fühle mich verlegen.
Gestern war man noch verbunden,
doch das ruht nun schon seit Stunden.

Wochenlang herrscht jetzt schon Schweigen,
doch dem Burschen muss ich´s zeigen.
Keinen Ton will ich mehr sagen,
soll er sich nur recht beklagen.

Heute früh ruf ich mein Kätzchen,
jenes mit den weißen Tätzchen.
Doch kein fröhliches Miauen,
dringt durchs kühle Morgengrauen.

Und mein Blick fällt auf den Spaten,
der da steckt in Nachbars Garten
und ich schau mit Wut und Grolle,
auf die umgegrabene Scholle.

Ach nun hat er sie erschlagen,
wie gedroht, hör ich mich klagen.
Doch das wird er bitter büßen,
dem werd´ ich den Tag versüßen!

Mörder, Monster, Miesepeter!
Ich schnapp mir sogleich den Täter,
Fass ihn unsanft schon am Kragen,
hat er mir noch was zu sagen?

Dann hab ich ihn wild verdroschen,
rechts und links gab´s an die Goschen.
Doch er will es nicht zugeben,
dieser Schuft, so ist er eben!

Als ich von ihm abgelassen,
kann ich´s selber gar nicht fassen,
Denn da steht sie ja mein Fienchen,
fing sich gerade ein Kaninchen.

Ich bin noch voll Zornesröte,
und gerate jetzt in Nöte.
Im Moment geht´s mir beschissen.
Tut mir leid, sag ich beflissen.!

Doch zu spät kommt mein Bedauern,
ach, es lässt mich fast erschauern.
Schon hör ich den Peterwagen,
was soll ich dem Richter sagen?

Dummes, kleines Miezekätzchen,
gestern warst du noch mein Schätzchen
und bringst mich nun hinter Gitter,
dieser Tag ist wirklich bitter!


© Hansjürgen Katzer, August 2008



Foto: Hansjürgen Katzer





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