Der Heimwerker

Der Heimwerker

Die Ehegattin mäkelt rum,
die Küchenbank sei alt und krumm.
Was sich nun wirklich nicht gehört,
weil das, der Küche Blickfang stört.

Kein Geld ist da um neu zu kaufen,
da kann man sich die Haare raufen.
Drum bittet sie nun ihren Mann,
ob der nicht etwas werkeln kann.

Mit neuer Farbe, Schrauben, Kleister,
verspricht sie ihrem Herrn und Meister,
ließe sich sicher noch was machen.
Er sei geschickt in solchen Sachen!


Der Gatte schreckt aus seinem Tran,
gepackt von Stolz und Handwerkswahn.
Kauft Schmirgel, Nägel, Farbe, Latten
und was sie sonst im Kaufhof hatten.

Zur Tat geeilt mit frischer Kraft,
erfasst ihn nun die Leidenschaft,
Er schraubt herum, er leimt und hämmert,
solange bis der Abend dämmert.

Dann ist das große Werk vollbracht,
nun erst einmal, ein Bierchen lacht.
Doch wackelt nun die Bank begehrlich,
sein Blick ist trostlos, aber ehrlich.

Bekümmert geht er müd` und träge,
holt aus der Werkstatt seine Säge.
Um diesen Fehler auszugleichen,
ein kurzer Schnitt, das sollte reichen.


Die Säge kreischt, die Späne fliegen,
er stemmt sich, das die Balken biegen.
Und kurz darauf hört man ihn schrei´n,
der Gattin fährt´s durch Mark und Bein.

Drei Finger liegen abgeschnitten,
die Säge ließ nicht lange bitten.
Sie fraß sie von des Mannes Hand,
der ist nun weiß, wie eine Wand.


Im Krankenhaus folgt das Entsetzen,
man näht herum an blutig Fetzen.
Doch redet bald der Arzt schon frei,
das hier wohl nichts zu machen sei!


Wenn das nicht gar so traurig wär´,
so lachte man: „Der werte Herr,
der seinem Weib wollt´ Gutes tun,
nun muss er ohne Finger ruh´n!"


Und die Moral von der Geschichte,
für den der Heim und Häuschen richte.
Man zuviel Stress und Eifer meide,
wenn man mit scharfer Säge schneide.

© Hansjürgen Katzer, Dezember 2003.


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