Wehmut

Wehmut

Ein letztes Mal fast im Bemühen,
scheint uns so froh und heil die Zeit.
Die Sonne lockt noch mal mit hellem Glühen,
man spürt noch nicht des Herbstes Einsamkeit.

Noch jung und heiter scheinen uns die Tage,
man ahnt das Ende nicht, das kühle Grab.
Die Zeit verrinnt, beinahe ohne Klage,
doch Blatt um Blatt, fällt schon vom Baum herab.

Der Spinnen Weben gilt es zu bestaunen,
so manches Netz ward kostbar und wohl gut.
Die Luft voll Flüstern und voll zartem Raunen,
ein kühler Schatten liegt schon auf der Hut

Die Blumenpracht wird welk, der Farbenmeister,
hält inne, muss so langsam nun ermüden.
Schon drängen harte, weiße Nebelgeister,
die letzten Vögel auf den Flüg nach Süden.

Der Wein ward gut dies Jahr, er wird uns munden,
das Feld geerntet und das Korn längst eingebracht.
Ein Blick zum Kürbis, jenem gelben runden,
die Pflaumen sind gepflückt und eingemacht.

Noch einmal wollen wir die Kräfte wecken,
noch einmal feiern, das es uns so gut erging.
Ein letzter Sonnenstrahl auf Brombeerhecken,
im Taumel schon ein letzter, zarter Schmetterling.

Ein Lied voll Wehmut, das wir nun gesungen,
egal was kommt und was auch immer sei.
Schon ist die Melodie im Wind verklungen,
der Sommer ist für dieses Jahr vorbei.

© Hansjürgen Katzer, Oktober 2006


Foto: Hansjürgen Katzer


 








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