Kapitel 25


25. Rettung durch die Hexen

Die Elfen hatten sich nun wieder in das Felsmassiv zurückgezogen. Viele hatten schwere Verletzungen davongetragen und zahlreiche Elfenkrieger waren zu Tode gekommen. Als Balfagus Fiebelkorn durch die Reihen seiner Soldaten ging, fand er nur noch einhundertachtzig kampffähige Krieger vor. ,,Wir sind verloren!“ rief er immer wieder aus.

Munkelpietz kauerte an einer Felswand und weinte. Knollennase war nun in den Fängen des Zauberers und wahrscheinlich schon in tausend Stücke geschnitten und Pia Pattlich ließ auch auf sich warten. Als es Abend wurde, gab Balfagus den Befehl zum Rückzug. Man wollte geschwind ins Elfenreich zurückkehren um mit den Resten der ehemals so stolzen Elfenarmee die Verteidigung des Elfenreiches aufzubauen, denn er befürchtete das Gork nun bald das Elfenreich angreifen würde.

Inzwischen war schon die Dämmerung hereingebrochen, da sah Eugen Balduin Munkelpietz am Himmel eine Gestalt, die auf einem Besen durch die Lüfte flog. ,,Pia Pattlich!“ schrie er auf. Die kleine Hexe war wirklich gekommen und als sie gelandet war, stürzte er auf sie zu. ,,Ach Pia, da bist du ja endlich!“
 
Er fiel ihr in die Arme und die kleine Hexe wusste gar nicht wie ihr geschah. Die Elfen waren nun furchtbar nervös geworden, denn sie mochten die Hexen nicht sonderlich. Aber als Munkelpietz Balfagus Fiebelkorn berichtete, daß die Hexe eine Freundin von ihm sei, ließ man sie in Ruhe.

Munkelpietz berichtete der kleinen Hexe, was geschehen war und diese schüttelte entsetzt den Kopf. ,,Es tut mir leid, aber ich kann dir nicht helfen, teilte sie dem enttäuschten Wichtel nun mit. Meine Zauberkraft reicht nicht aus um etwas gegen Gork zu unternehmen.“

,,Und wenn du die anderen Hexen um Hilfe bittest?“ Der Wichtel sah sie verzweifelt an und die kleine Hexe überlegte lange Zeit. ,,Ich kann es versuchen, sagte sie schließlich. Aber ich habe nicht viel Hoffnung, daß sie dir helfen werden!“

Dann sprach sie einen Hexenspruch:

,,Bei aller Macht der Sterne hell,
kommt her ihr Hexen, kommet schnell.
Die Erde ist bedroht von Sterben
und droht in Elend zu verderben.
Nehmt eure Besen, fliegt im Wind
und kehrt hierher, geschwind, geschwind!“

Dann zuckte sie mit den Schultern. ,,Mehr kann ich nicht für dich tun Munkelpietz, jetzt müssen wir die Zeit abwarten!“ Die Nacht wurde wieder sehr kalt und der Wichtel hatte sehr lange mit Balfagus Fiebelkorn gesprochen, der so schnell wie möglich zurück ins Elfenreich wollte.

Schließlich gab er dem Wichtel sein Wort bis zum Mittag des nächsten Tages zu warten. Aber so lange dauerte es gar nicht. Am frühen Morgen des nächsten Tages erschien die alte Moorhexe auf ihrem Zauberbesen. Kurz danach kam auch die Kräuterhexe Wilhelmine Rüppich. Nach und nach erschien eine Hexe nach der anderen und zum Schluss flog auch Tanasula, die Oberhexe herbei.

Die Elfen hatten nun große Furcht, aber die Hexen kümmerten sich gar nicht um sie. Pia Pattlich berichtete ihren Hexenkolleginnen, von dem was vorgefallen war und die Hexen wurden zornig und zischten böse Flüche. ,,Gork ist fällig,“  rief die alte Moorhexe und die anderen Hexen stimmten ihr zu.

Tanasula, die Oberhexe, Munkelpietz und Balfagus Fiebelkorn der Anführer der Elfen kamen zusammen und man hatte ein langes Gespräch. Schließlich kam man zu einer Entscheidung. Mit Hilfe der Hexen sollte ein zweiter Angriff gegen Gork und die Trolle gewagt werden und diesmal sollte dem Zauberer das Handwerk gelegt werden.

© Hansjürgen Katzer, 1997


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