Dumm gelaufen

Dumm gelaufen

Müde fühl ich mich, elend und krank,
obendrein hab ich kein Geld auf der Bank.
Silke verschwand mit der letzten Kohle,
ihr neuster Lover, ist Marek der Pole!

Mein Chef meint zu mir, die Zeiten sind hart,
am zehnten, da wäre für mich letzte Fahrt.
Ab dann fährt er seinen LKW wieder selber,
ich nehme es hin, wie der Schlachter die Kälber.

Mama sagt kalt, sie wird mir nichts pumpen,
ich wär´ der schlimmste aller irdischen Lumpen.
Ihr Freund schreit rum und macht auf Berserker.
zwei Meter acht und wesentlich stärker.

Mein Wirt versagt mir den Trunk meiner Zeche,
bis ich die Rechnung, von Ostern ihm bleche.
So sitz´ ich hier draußen und starr in den Regen,
das kommt einer Horde von Schlägern gelegen.

Sie prügeln mich durch, sie würgen und treten,
ich halt meine Fresse und fang an zu beten.
Das Dunkel bricht an, die Lichter geh´n aus
ich wach auf im Städtischen Krankenhaus.

Hier hat man mich ganz gut zusammengeflickt,
der Arzt ist jung, aber doch sehr geschickt.
Zehn Tage lang weiß ich nicht mal mehr wie ich heiße,
der Arm, der bleibt steif, das nennt man wohl ....

Ich denke mir schlimmer kann es nun nicht mehr kommen,
die Sonne durchs Fenster lacht hell und versonnen.
Tante Rita ruft an, man hat mich entmündigt,
zudem wird mir morgen die Wohnung gekündigt.

Ich fühle mich langsam, beinah´ wie ein Schwein,
so kann doch das Leben nicht immer nur sein.
Ein Griff an die Börse, ein Blick, man weiß nie,
der letzte Fünfer für die Glückslotterie.

Das Los schnell bezahlt, gebangt und gehofft,
wenn nichts mehr geht, erscheint ja ganz oft,
von irgendwo noch so ein Lichtlein daher,
und ich bin vielleicht bald ein Millionär.

Kurz darauf hat man echt meine Nummer gezogen,
das Glück meint es gut und hat nicht betrogen.
Und als ich dann stolz noch dem Lose geschaut,
da merk ich ganz traurig man hat´s mir geklaut.

© Hansjürgen Katzer, April 2000





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