Unser tägliches Brot

Unser tägliches Brot

Obwohl die halbe Welt verreckt,
am kargen Hungertisch der Perversion,
reden wir vom verheizen,
von Mais und von Weizen.
Welch widerliche, kranke Diskussion,
wo doch der Nachbar nur den Hunger schmeckt!

Der Überfluss, der uns gegeben ward,
lässt uns zu ungeheuren Kreaturen werden.
Welch Geist liegt unsrer Welt zugrunde,
wir, die wir gieriger als Höllenhunde,
im Egoismus still vereint, die Herzen hart,
wir auf der Sonnenseite hier auf Erden!

Wir, die wir haben unser täglich Brot,
vergaßen viel zu oft den Überfluss zu teilen.
Wir haben alles und es ist doch nie genug,
wir raffen weiterhin, bis hin zum Selbstbetrug,
trotz all der Tränen, die geboren sind aus tiefer Not,
die jeden Tag aufs Neu durch viele Lande eilen!


© Hansjürgen Katzer, Januar 2006


Foto: Hansjürgen Katzer




Kommentare zu dieser Seite:
Kommentar von Maybritt Käsmeier, 26.10.2012 um 06:36 (UTC):
Ein Text, der wie ein Blitzschlag trifft. Ja - Wir sind unser größter Feind.



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