November

November

Als rüttle er mit einer Eisenhand,
so braust der Sturmwind übers Land,
streicht um das Haus, haucht an die Fenster,
klingt alt und schaurig wie Gespenster.
Das Wetter ist schon kalt und trübe,
als ob’s für schlechte Zeiten übe.

Das letzte Laub weht von den Bäumen,
es darf den Endspurt nicht versäumen.
Es wird geschwind davongetragen,
ganz ohne Murren, ohne Klagen.
Die Erde spürt die kalte Knute,
bald kommt Knecht Ruprecht mit der Rute.

Es friert schon Nachts, noch fällt kein Schnee,
jedoch des Winters Kampfarmee,
aus Frost und Eis und weißer Pracht,
liegt auf der Lauer und hält Wacht,
bereit um in das Land zu ziehen,
doch vorher muß der Herbst erst fliehen.

Kein Mensch, so weit das Auge schaut,
von Wald und Feld her, dringt kein Laut.
Und auch der See wirkt fast verloren,
doch noch ist er nicht zugefroren.
Die Welt ertrinkt im Dämmerlicht,
November zeigt nun sein Gesicht.

© Hansjürgen Katzer, Dezember 2001


Foto: Hansjürgen Katzer





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